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25.09.2018 Kategorie: Feuerwehrschule

Aus der Praxis für die Praxis – Fortbildung in Raffinerie bei Vohburg und an der Katastrophenschutzbehörde Pfaffenhofen a. d. Ilm

Der Katastrophenfall im Landkreis Pfaffenhofen hat auf eindringliche Weise bestätigt, dass die Weiterbildung der bayerischen Katastrophenschutzbehörden durch die Staatliche Feuerwehrschule Geretsried mit Bezug auf die Erstellung und Erprobung der externen Notfallpläne gem. Art. 3a Bayerisches Katastrophenschutzgesetz absolut gerechtfertigt ist.

Wie allen Medien zu entnehmen war, kam es am Samstag, den 1. September 2018, in den frühen Morgenstunden aus noch ungeklärter Ursache auf dem Gelände der Bayernoil Raffinerie zu mehren Explosionen. Bereits in der Anfangsphase wurde der externe Notfallplan ausgelöst und ein Örtlicher Einsatzleiter gem. Art. 15 BayKSG bestellt.

Kurze Zeit später stellte der stellvertretende Landrat auf Empfehlung des Örtlichen Einsatzleiters den Katastrophenfall fest. Alle hierfür notwendigen Strukturen, wie die Besetzung einer Örtlichen Einsatzleitung und einer in allen Arbeitsbereichen gut ausgestatteten Führungsgruppe Katastrophenschutz wurden aktiviert und die Großschadenslage konzentriert abgearbeitet.

Zwei Jahre zuvor führte die SFSG mit den Hauptakteuren des Katastrophenschutzes im Landkreis Pfaffenhofen eine Besprechung des externen Notfallplans der Bayernoil Raffinerie und eine Stabsrahmenübung durch. Die damals gemachten Erfahrungen und Anregungen wurden von den Verantwortlichen ausgewertet und die Konzepte in der Folge angepasst und weiterentwickelt.

Im Rahmen einer Fortbildung der Abteilung Katastrophenschutz, Krisenmanagement und Menschenführung besuchten Lehrkräfte der SFSG die Kreisbrandinspektion und die verantwortlichen Vertreter des Landratsamtes Pfaffenhofen, um sich über den Einsatzablauf vor Ort zu informieren. Darüber hinaus war uns wichtig zu erfahren, ob unsere Standortschulungen und Lehrgänge im Bereich Stabsarbeit, ÖEL- und FüGK-Ausbildung hilfreich und zielführend waren.

Nachdem unsere Lehrkräfte vom Leiter der Werkfeuer, Herrn Armin Kappen, auf dem Gelände der Raffinerie in die Verhältnisse am Ereignistag eingewiesen wurden, gaben Vertreter der Kreisbrandinspektion und die Verantwortlichen des Landratsamtes Pfaffenhofen in einer ausführlichen Besprechung ihre Erfahrungen in den jeweiligen Einsatzstäben wieder. Hierbei wurde insbesondere der große Wert der stabsmäßigen Führung einer Örtlichen Einsatzleitung (gem. FwDV 100; S1-S6) sowie deren hochwertige Besetzung (soll heißen: jedes Sachgebiet mit Führungskräften mit Stabsausbildung) für große Schadenslagen und Katastrophen betont. Standortschulungen und Lehrgänge der SFSG, aber auch die eigenen Ausbildungskonzepte und vor allem die intensiven Übungen auf Landkreisebene, haben sich auf jeden Fall bewährt.

Erfreulicherweise wurden die Lehrinhalte unserer Ausbildungsangebote für den Katastrophenschutz nach den Schilderungen von Kreisbrandrat Armin Wiesbeck und Kreisbrandinspektor Christian Nitschke als zutreffend und zielführend bestätigt. Aber auch wir konnten in einigen Punkten unsere Lehrmeinung hinterfragen und werden sie – wo dies geboten ist – erweitern und anpassen.

Denn wer sich nicht hinterfragt, wird sich nicht weiterentwickeln.

Wir werden die sehr kameradschaftliche und hoch engagierte Betreuung unserer Lehrkräfte in bester Erinnerung behalten. Wir danken dem Landratsamt und der Kreisbrandinspektion Pfaffenhofen sowie der Werkfeuerwehr Bayernoil für die Unterstützung unserer Fortbildung!