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05.10.2017 Kategorie: Sonderausbildung

Standortschulung für den Katastrophenschutz der Stadt Fürth und des Landkreises Günzburg

In der Zeit vom 11. bis 14. September führte die Staatliche Feuerwehrschule Geretsried Standortschulungen bei der Stadtverwaltung Fürth und am Landratsamt Günzburg durch. Beide Gebietskörperschaften sind als sogenannte Katastrophenschutzbehörden für die Katastrophenabwehr, aber auch für die Aufgaben des Katastrophenschutzes in ihrem Zuständigkeitsbereich verantwortlich. Zu diesen Aufgaben gehören u.a. die Erstellung von externen Notfallplänen für Betriebe und Produktionsanlagen, welche aufgrund ihres Bedarfs an gefährlichen Stoffen der Störfall-Verordnung unterliegen. In den Notfallplänen müssen die Katastrophenschutzbehörden alle denkbaren Abwehrmaßnahmen festlegen und konkretisieren, die bei der Freisetzung von gefährlichen Stoffen und einer möglichen Gefährdung der angrenzenden Wohngebiete erforderlich sind. Diese vorgeplanten Maßnahmen sollen bei einem Störfall kostbare Zeit sparen. Aber der beste Notfallplan ist nutzlos, wenn er nicht durch ein funktionierendes Führungssystem umgesetzt wird.

Bei den Standortschulungen in Fürth und Günzburg wurden daher nicht nur die vorgeplanten Maßnahmen des externen Notfallplans, sondern auch die Führungsstäbe der Verwaltungsbehörden (Führungsgruppe Katastrophenschutz/FüGK), die Führungsstäbe der operativ-taktischen Ebene (Örtlichen Einsatzleitung) sowie einer technisch-taktischen Ebene (Sanitätseinsatzleitung) überprüft. Durch ein vom Fachbereich Krisenmanagement der SFSG ausgearbeitetes fiktives, aber realistisches Schadensszenario wurde den Führungsstäben eine Ausgangslage vorgegeben. FüGK, Örtliche Einsatzleitung und Sanitätseinsatzleitung mussten dann zeigen, ob und wie sie die vorgeplanten Maßnahmen des externen Notfallplans umsetzen.

Wie in der Realität müssen in einer Stabsrahmenübung von den Führungsstäben Entscheidungen getroffen, Anweisungen und Anforderungen kommuniziert werden. Nur dass die Anweisungen hier nicht von realen Einsatzkräften umgesetzt, sondern durch eine Übungsleitung der Staatlichen Feuerwehrschule Geretsried als fiktive Einsatzkräfte zurückgespiegelt werden. Da in der Übungsleitung, unterstützt durch örtliche Führungskräfte der Einsatzorganisationen und der Integrierten Leitstelle, alle Weisungen und Maßnahmen an Lagekarten mit den beauftragten fiktiven Einheiten nachvollzogen werden, wird schnell klar, wo mögliche Probleme liegen: Bei fehlerhaften Festlegungen im externen Notfallplan, unzureichende Ausbildung, fehlende Routine der Einsatzstäbe oder schlicht mangelnde Kommunikation. Die Stabsrahmenübungen in Fürth und Günzburg haben sehr positive Eindrücke sowohl über die Qualität der externen Notfallpläne, als auch die Leistungen der übenden Führungsstäbe vermittelt.

Noch wichtiger - dies haben Auswertungen der Rückmeldungen gezeigt - war die Erkenntnis bei allen Akteuren: Die Notwendigkeit regelmäßiger Übungen.