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02.11.2017 Kategorie: Feuerwehrschule

Fertigstellung der Chemieübungsanlage

Jeden Tag werden tonnenweise Chemikalien produziert, verpackt und transportiert. Obwohl die Sicherheitsvorgaben diesbezüglich sehr hoch und streng sind, kommt es dennoch immer wieder zu kleineren Zwischenfällen bis hin zu verheerenden Katastrophen. Um auf diese Art Einsätze vorbereitet zu sein, müssen die Feuerwehren den Umgang mit solchen Stoffen regelmäßig üben. Allerdings fehlen dazu oft die Möglichkeiten und der Organisationsaufwand einer solchen Übung ist enorm. Mit der Fertigstellung der neuen Chemieübungsanlage an der Feuerwehrschule Geretsried ist, aus genau diesem Grund, ein weiteres Objekt in Betrieb gegangen, um die Feuerwehren im Rahmen von Gefahrgutlehrgängen auf solche Szenarien bestmöglich vorzubereiten.

Die Besonderheit der Anlage ist der Umgang mit echten Chemikalien, um so realitätsnah wie möglich mit den Feuerwehren üben zu können. So wird beispielsweise Ammoniakgas in einen Raum eingeleitet, um eine Leckage in einer Produktionsanlage zu simulieren. Somit müssen sich die Einsatzkräfte mit entsprechenden Schutzanzügen in das Gebäude vorarbeiten, um das Leck zu finden und abzudichten. Zudem werden entsprechende Messungen durchgeführt, bei denen auch tatsächliche Werte auf den Geräten angezeigt werden. Im Anschluss muss die Schutzkleidung ebenfalls realistisch dekontaminiert werden.

Des Weiteren verfügt die Anlage über eine CO2-Löschanlage, ein Gefahrstofflager mit Essigsäureaustritt, ein BIO-Labor, ein Gasflaschenlager, eine Rohrbrücke mit Leitungen bis hin zu einem Gefahrgutkesselwagen und noch einiges mehr. Die Möglichkeiten und Szenarien sind sehr vielfältig und somit eine große Bereicherung für die Ausbildung an der SFSG. Die größte Herausforderung bei den Planungen der Anlage war der Spagat zwischen realistischem Gefahrgutunfall und einer dennoch sicheren Ausbildung.